|
Fruchtbarkeit und Streß: Ohne Stress kann der Mensch nicht leben.
Denn für viele Situationen braucht er eine erhöhte Leistungsbereitschaft. Bei
Stress werden bestimmte Hormone im Körper ausgeschüttet. Sie stoßen
verschiedenste körperliche Reaktionen an: Das Herz schlägt schneller, Gehirn und
Lunge werden besser versorgt, die Sinne sind geschärft. An und für sich ist das
nichts Schlechtes. Das Problem entsteht erst, wenn dieser Zustand anhält.Den
Begriff Stress hat der österreichisch-kanadische Forscher Hans Selye geprägt, um
die Reaktion von biologischen Systemen - also Tieren und Menschen - auf
Belastung zu beschreiben. Seither hat dieser Ausdruck eine ungeheuere Karriere
gemacht. Stress ist ein Symbol für Belastung ganz allgemein geworden.
Ursprünglich sollte der Begriff nur beschreiben, was im Körper passiert, wenn er
belastet wird. 'Stress' war also zunächst ein neutraler Ausdruck. Das negative
Image, das der Begriff Stress heute hat, hatte Selye ursprünglich Disstress
genannt. Während er positiven Stress - denn Belastung ist ja nicht nur negativ -
als Eustress bezeichnete.Negative Einflüsse, die Anspannung, Angst oder Ärger
hervorrufen, führen zu so genanntem Disstreß. Diese schädliche Streß hält auch
während der Ruhezeiten an und beeinflußt auf Dauer das Leben negativ.
Erschöpfung, Nervosität, Schlafstörungen und andere Krankheitszustände können
resultieren. Der Einfluß von Disstreß auf Eizellreifung und Samenbildung ist
seit langem Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion - ein Zusammenhang mit
hormonellen Störungen und einer verminderten Spermienbildung scheint gegeben zu
sein.Ein Patentrezept, wie Sie Disstreß mindern oder gar völlig vermeiden
können, existiert nicht. Zu unterschiedlich sind die Ursachen für Disstreß, und
zu verschieden ist jeder Einzelne in seiner Persönlichkeit und in der Art, wie
er auf Disstreß reagiert.Wenn negativer Streß Ihr Leben belastet sollten Sie
fachkundige Hilfe suchen. In therapeutischen Gesprächen können Sie wirksame
Strategien entwickeln mit dem Streß umzugehen. Neben einer Therapie können auch
Yoga oder andere meditative Verfahren, Entspannungs- oder Atemtechniken
helfen.
siehe hierzu auch die
Stellungnahme der American Society for Reproductive Medicine
|